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Eiserne Konfirmation 2011

„Mir wonn doch och noch de Iserne Konfermation fiern.“ Mit diesem Vorsatz klang im August 2006 die Feier der Diamantenen Konfirmation aus. Nun wurde dieser Vorsatz in die Tat umgesetzt. Auf Einladung von Alfred Sünkel trafen sich am 18. September gut 30 Jubilarinnen und Jubilare in der Talkirche. Nach dem Festgottesdienst, der vom Gemischten Chor Birlenbach und dem CVJM-Posaunenchor Klafeld mitgestaltet wurde, wurden wir beim Mittagessen und Kaffeetrinken in Haus Patmos bestens bewirtet. In den Gesprächen und auch beim Betrachten der Bilder, die bei der Diamantenen Konfirmation entstanden waren, wurden viele schöne Erinnerungen wach. Offensichtlich haben die Jubilarinnen und Jubilare den Tag sehr genossen, denn viele erkundigten sich, ob man nach der Eisernen Konfirmation denn noch ein weiteres Jubiläum feiern könne.

Auch für mich war das ein besonderer Tag, denn es war die erste Eiserne Konfirmation, die ich mitgefeiert habe. Und nicht nur das: Der Konfirmationsjahrgang 1946 war der erste, der nach dem Ende des zweiten Weltkrieges von den Pastoren Gossing und Schmidt eingesegnet wurde. Für Pastor Schmidt war dies seine erste Konfirmation und für mich 50 Jahre später die erste Goldene. Und nun hoffe ich mit diesem Jahrgang, dass wir 2016 auch noch das seltene Fest der Gnadenkonfirmation gemeinsam begehen können.

Für die schöne Gestaltung des Tages danke ich dem Vorbereitungskreis und besonders Alfred Sünkel und seiner Frau.

Almuth Schwichow

Annette Kurschus als Präses der Ev. Kirche von Westfalen eingeführt

"Du brauchst keine Angst haben.
Der Jesus hat nämlich meistens ziemlich gute Ideen!"

Eigentlich war sie fest eingeplant gewesen, die Fahrt am 4. März nach Bielefeld. Mit einigen anderen. Dann wieder nicht mehr. Letzten Endes ein spontaner, einsamer Entschluss: Abfahrt im Wenscht um 6.10 Uhr. Auf der Autobahn dichter Nebel, dann noch Regen; ab Hagen aber wesentlich bessere Witterungsbedingungen. Fahrt auf der A 2 bis Bielefeld-Zentrum. Die Zionskirche liegt mitten im Stadtteil Bethel. Die schlichte Ziegelsteinkirche, inzwischen schon 128 Jahre alt, bietet Platz für etwa 1.600 Personen. Leider war der große Parkplatz gesperrt. Für die vielen Ehrengäste und für die Übertragungswagen des WDR. Eine Parkmöglichkeit dann im Nazarethweg.    

Um 8.15 Uhr betrat ich die Hauptkirche der von Bodelschwinghschen Stiftungen. Überall Leute vom Fernsehen und große Kameras. Ich erfuhr, dass nur die Emporen und zwei Bankreihen ganz hinten im Kirchenschiff für Gottesdienstbesucher ohne Karte reserviert seien. Wegen der besseren Sicht entschied ich mich für die zweite Möglichkeit. Fünf Minuten später waren auch diese Plätze besetzt. Neben mir zwei Presbyter mit Ehefrauen aus Detmold und aus Burgsteinfurt, ein behinderter Bewohner und ein katholischer Mitchrist aus Bielefeld: "Wir haben schon ihren tollen Vortrag gehört", "So, Frau Kurschus war Pfarrerin in Ihrer Gemeinde, ist ja interessant", "Sie soll wunderbar predigen können." Auch der Mann aus Bethel meldete sich zu Wort: "Heute alles anders, heute mit Fernsehen!" Und auch er scheint sich zu freuen.

Noch 90 Minuten bis zum Beginn des Gottesdienstes. Kurze Gespräche mit Pfr. i.R. Georg Kurschus, dem Vater der neuen Präses, mit Irene und Harald Ströhmann, mit Pfr. i. R. Herbert Korfmacher, von 1968 - 1994 Priester und Seelsorger in unserer kath. Schwestergemeinde St. Marien, und mit Friedhelm Knipp aus Kreuztal, er gehört der Kirchenleitung in Bielefeld schon seit 2004 an. Noch 60 Minuten. Langsam füllen sich die Bankreihen mit den geladenen Gästen. Aus dem ganzen Land. Ja, aus der halben Welt. Aus dem Siegerland sehe ich u.a. den Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein, Landrat Paul Breuer und Siegens Bürgermeister Steffen Mues.

Noch 30 Minuten. Informationen zum Ablauf des Fernsehgottesdienstes. Dann das Einsingen. Noch acht Minuten. Die an der Liturgie beteiligten Mitglieder der Kirchenleitung sowie der scheidende Präses Alfred Buß und  seine Nachfolgerin stellen sich im hinteren Mittelgang auf. Unmittelbar neben mir. Ein kurzer Blickkontakt mit unserer ehemaligen Gemeindepfarrerin. Noch zwei Minuten. Die "Noch - Superintendentin" schaut jetzt ganz konzentriert nach vorn in das Kirchenschiff, in den Chorraum und auf die Kanzel. Dort wird sie gleich stehen. "Noch fünf Sekunden", flüstert der Aufnahmeleiter. "Vier. Drei. Zwei. Eins." Die Kameras laufen. Der Gottesdienst in der Zionskirche in Bielefeld-Bethel beginnt.

Nach der Begrüßung durch Oberkirchenrätin Doris Damke singt die versammelte Gemeinde "Nun jauchzt dem Herren, alle Welt!" Als Kehrvers zwischen den einzelnen Strophen "Jubilate, everbody" durch den Chor der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Anschließend ein Gebet, Worte aus Psalm 25, das Sündenbekenntnis und der Gnadenzuspruch. Dann ist es soweit: Alfred Buß führt seine Nachfolgerin in das neue Amt ein. Er gibt das silberne Kreuz der westfälischen Präsides an sie weiter. Ein besonderer Moment: Erstmals eine Frau an der Spitze der viertgrößten Landeskirche in Deutschland!

Die neue Präses strahlt Freude und Mut und Zuversicht aus. Zu ihrer Grundeinstellung passt, dass sie für ihre Einführungspredigt das Bibelwort "Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit" (2. Tim. 1,7). Zur Auslegung hat sie ein Gemälde mitgebracht. Kinder aus Siegen haben es gemalt und ihr zum Abschied geschenkt: Jesus im Boot mit seinen Jüngern. Die Wellen toben, das Boot droht zu sinken. Die Jünger haben Angst. Ein unruhiges Bild. Dunklen Farben. Eine bedrohliche Situation. Doch zugleich strömt das Kunstwerk Ruhe und Vertrauen aus. Die Gewissheit: In allen Stürmen - Jesus ist mit im Boot! Annette Kurschus erzählt, einer der kleinen Künstler habe bei der Übergabe gesagt: "Du brauchst keine Angst haben. Der Jesus hat nämlich meistens ziemlich gute Ideen!" Wolfgang Riewe, Herausgeber und Chefredakteur der Wochenzeitung "Unsere Kirche", beschreibt das so: "Da war sie auf einmal: Die Kraft Gottes. Die Zuversicht des Glaubens. Ansteckend und wärmend, weitergegeben durch ein Kind." Und die neue Präses kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: "Manchmal hat Gott verblüffende Wege, plötzlich ganz nah zu sein!"

 

 

 

 

 

 


Predigt der Präses
- beilaufender Kamera

Meine Banknachbarn sind begeistert. "Eine ganz bewegende Predigt", "Voller Leidenschaft vorgetragen", "Klar und verständlich" und "Wieder sehr persönlich gehalten." Ich kann das alles nur bestätigen. Danach die Verabschiedung von Präses Dr. h.c. Alfred Buß. Es folgen Gemeindelied "Nun lasst uns Gott dem Herren", Chor, Fürbitten, Vaterunser und Segen. Zum Auszug "Wohl denen, die da wandeln". Der Fernsehgottesdienst ist vorbei. Nach genau 59 Minuten. Pünktlich auf die Sekunde.

 

 

 

 

 



Auszug der Kirchenleitung
- mit frohen Gesichtern

Nach einer kurzen Pause Musik zum Übergang vom Gottesdienst zum Empfang. Die Kameras sind abgeschaltet. "Wir sind jetzt ganz unter uns." Klaus Winterhoff, juristischer Vizepräsident der Ev. Kirche von Westfalen, übernimmt die Begrüßung. Albert Henz, der theologische Vizepräsident, dankt Alfred Buß für seine Arbeit in den letzten acht Jahren: "Du bist oft an deine Grenzen gegangen, du hast dich häufig selbst überfordert." Dann begrüßt er Annette Kurschus: "Wir trauen dir viel zu!" Und: "Wir alle werden dich unterstützen!" Ein musikalisches Zwischenspiel. Die DesHarmoniker ziehen alle Register ihres Könnens. Mit dabei Christian Kurschus, der Bruder der neuen Präses.

Dann das Grußwort von Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Ev. Kirche in Deutschland. Er lobt die "neue Schwester im Kreis der leitenden Geistlichen" für ihre Zuversicht und ihr Vertrauen in Gott. Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, sagt zu Annette Kurschus: "Sie treten in große Schuhe." Und: "Ich weiß aus eigener Erfahrung, was für eine Herausforderung es ist, die erste Frau in einem Leitungsamt zu sein."

Hans-Josef Becker, Erzbischof von Paderborn, überbringt das Grußwort der Römisch-Katholischen Kirche. "Frau Präses ... an diese Anrede muss ich mich erst noch gewöhnen. Aber ich arbeite bereits daran." Er wünscht ihr Gottes Segen und im Wirken "mehr Freude als Stress". Das schönste Kompliment des Tages erhält Annette Kurschus von Bischof Stephen Munga aus Tansania: "You are the crown of this day" - sie sei die Krönung des Tages. Dann spricht er von einem historischen Ereignis. An der Einführung nähmen 20 Vertreter von globalen Dachverbänden und Kirchen aus vier Kontinenten teil. "Unsere heutige Anwesenheit ist ein Zeichen dafür, dass Millionen Ihrer Schwestern und Brüder in aller Welt heute bei Ihnen sind."

Zum Abschluss Dankworte von Alfred Buß und "des/der ersten Präses aus unseren Südstaaten". Stehende Ovationen. Und der vierte Auftritt der DesHarmoniker. Meine Banknachbarn sind sich einig: " Wir haben eine geeignete und würdige Nachfolgerin im Präsesamt!" Auch sie nehmen nicht mehr an der Begegnung und am Essen im Assapheum teil. Wir verabschieden uns. Zurück auf die Autobahn. Zu Hause wartet lieber Besuch.

Peter - Christian Rose

Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld

 

www.kirchengemeinde-klafeld.de

 

Pfarrämter

Dr. Martin Klein, Ziegeleistr. 21, 57078 Siegen, Tel.: 0271/81251

Almuth Schwichow, Bornstr. 41, 57078 Siegen, Tel.: 0271/81325

Frank Boes, Johann-Hus-Str. 8, 57078 Siegen, Tel.: 0271/83589

 

Jugendreferentin

Dorines Dickel, Ziegeleistr. 19, 57078 Siegen, Tel.: 0271/87255

 

Gemeindeamt

Koomansstr. 8, 57078 Siegen, Tel.: 0271/83554